Bernd Philippsen

        

Es war ein sonniger Septembertag, 

als ich am 28.9.1963 nachmittags um 16.20 

in Landau/Pfalz geboren wurde. 

Ich bin dennoch kein sonniges Gemüt geworden,

sondern ein Melancholiker.

Aber einer mit Humor.

Mein Vater war Gymnasial-Lehrer für 

Latein, Altgriechisch und Geschichte; 

an dieser Retro-Fächerwahl kann man schon sehen,

daß ihm die Gegenwart nicht viel bedeutete.

Ich entdeckte früh die Meister der klassischen Musik,

ihre Werke hatten 

Schönheit ohne Lüge

und Wahrheit ohne Hässlichkeit.

Später entdeckte ich, 

dass es in meiner Zeit keine solchen Meister mehr gab.

Es gab die Pop-Musik, die klang nicht wahr, 

und es gab die Neue Musik, die klang nicht schön.

Mir fehlten musikalische Schönheit und Wahrheit 

der Gegenwart.

Ich wollte  nicht, 

wie mein Vater, 

mich nur mit der Vergangenheit befassen.

Ich entdeckte, dass ich das absolute Gehör habe 

und dass ich mich nicht dagegen wehren konnte, 

andauernd über Melodien nachzugrübeln.

Aber ich war ängstlich. 

Sollte ich denn alleine gegen den 

musikgeschichtlichen status quo kämpfen?

Angst und Selbstkritik verursachten

1. Umwege:

Ich wollte als Jugendlicher auch mal Rock-Musiker werden,

später dann Jazz-Pianist. 

2. Anfälligkeit für vorlaute Ratschläge der Umgebung;

man sagte mir, die Tonalität sei für immer veraltet,

man könne heute nicht mehr komponieren wie vor 150 Jahren etc.pp...

Doch tief in meinem Herzen wusste ich, wozu ich lebe:

Ich sollte Schönheit und Wahrheit der Musik in unsrerer Zeit 

neu entdecken.

Nach dem Abitur studierte ich 

an der staatlichen Hochschule für Musik Karlsruhe

Klavier ( Prof. Werner Genuit) 

Musiktheorie ( Prof. Roland Weber), 

Cembalo (Prof. Christine Daxelhofer), 

und 

an der staatlichen Hochschule für Musik und Gestaltung Mannheim

Komposition ( Prof.Peter Michael Braun)

Nur im Cembalo-Studium erfuhr ich Unterstützung.

Ansonsten kann ich sagen, 

dass meine Komposition trotz meiner Studienzeit gedieh.

Ich bin nicht bitter, denn 1985 wurde ich Christ.

Von da an war ich meines Weges gewiss.

Widerstände und Kritik aller Art konnte ich nun 

viel besser als früher verarbeiten. 

"Denen, die Gott lieben, müssen alle Dinge zum Besten dienen"

Welch ein Satz!

Und es gab vieles zu verarbeiten:

Arrogante Kommilitonen,

herablassende Hochschul-Lehrer,

Musikschul-Leiter, die das Arbeits-Recht beugen,

missgünstige Kollegen....

Aber nichts konnte mir meine schöne und reiche 

musikalische Erlebnis-Fähigkeit rauben.